Panja Jürgens ist vielen Menschen zunächst als erste Ehefrau des Sängers und Komponisten Udo Jürgens bekannt. Hinter diesem bekannten Nachnamen steht jedoch eine eigene künstlerische Laufbahn. Die als Erika Meier geborene beziehungsweise öffentlich so bezeichnete Fotografin arbeitete unter dem Namen Panja Jürgens und veröffentlichte mehrere anspruchsvolle Fotoprojekte. Besonders bekannt sind ihre Porträts von New Yorker Drag Queens sowie die Serie „Wings of Peace“. Ihr gemeinsames Leben mit Udo Jürgens begann noch vor dessen internationalem Durchbruch und umfasste mehr als zwei Jahrzehnte Ehe, zwei gemeinsame Kinder und eine Zeit, in der aus dem jungen Musiker einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Entertainer wurde.
Panja Jürgens im Überblick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Name | Erika Meier, genannt Panja |
| Bekannt als | Panja Jürgens / Panja Jurgens |
| Geburtsjahr | 1939 |
| Beruf | Fotografin; früher auch Fotomodell und Büroangestellte |
| Früherer Ehemann | Udo Jürgens |
| Ehe | 1963 bis 1989 |
| Kinder | John Jürgens und Jenny Jürgens |
| Bekannte Fotobände | „They Call Themselves Queens“ und „Wings of Peace“ |
| Fotografische Schwerpunkte | Porträt-, Konzept- und dokumentarische Fotografie |
Das Geburtsjahr 1939 wird sowohl von der französischen Künstler-Verwertungsgesellschaft ADAGP als auch vom International Center of Photography in New York geführt. Historische Bilddaten der Bayerischen Staatsbibliothek bezeichnen Panja Jürgens zudem als Fotomodell, Büroangestellte und Fotografin.
Wer ist Panja Jürgens?
Der Bayerische Rundfunk führt sie in seinem Dossier zur Dokumentation „UDO!“ als Erika Meier, genannt Panja. Unter dem Nachnamen Jürgens wurde sie jedoch sowohl während ihrer Ehe als auch in der Kunstwelt bekannt. Ihre Bücher sind in internationalen Bibliothekskatalogen häufig als Werke von „Panja Jurgens“ verzeichnet, also ohne Umlaut.
Diese unterschiedlichen Namensformen können bei der Recherche leicht für Verwirrung sorgen. Panja Jürgens, Panja Jurgens und Erika „Panja“ Meier beziehen sich im hier behandelten Zusammenhang auf dieselbe Fotografin.
Während ihre Verbindung zu Udo Jürgens einen großen Teil ihrer öffentlichen Biografie ausmacht, dokumentieren Museen, Bibliotheken und Verlage auch eine eigenständige fotografische Arbeit. Der US-Verlag Abrams beschreibt ihre Werke als konzeptuelle Fotografie und nennt Ausstellungen in Städten wie Zürich, Wien, Bern, Lausanne, Paris und New York.
Panja und Udo Jürgens: Kennenlernen vor dem großen Erfolg
Panja lernte Udo Jürgens nicht erst als gefeierten Weltstar kennen. Die offizielle Biografie des Musikers datiert ihre Begegnung auf das Frühjahr 1959 in München. Udo Jürgens spielte damals unter anderem in Münchner Clubs und Kellern und befand sich noch Jahre vor seinem internationalen Durchbruch.
Damit erlebte Panja eine entscheidende Phase seiner Karriere unmittelbar mit. Als die beiden zusammenkamen, lagen Erfolge wie „Merci, Chérie“, „Siebzehn Jahr, blondes Haar“ oder später „Griechischer Wein“ noch in der Zukunft.
Hochzeit im Oktober 1963
Am 11. Oktober 1963 heirateten Panja und Udo Jürgens laut seiner offiziellen Biografie auf dem Standesamt in der Münchner Mandlstraße. Nur wenige Monate später wurde ihr erstes gemeinsames Kind geboren.
Am 20. Februar 1964 kam Sohn John Jürgens zur Welt. 1967 wurde in München Tochter Jenny Jürgens geboren. Beide Kinder treten bis heute immer wieder im Zusammenhang mit dem künstlerischen Erbe ihres Vaters in Erscheinung.
Scheidung nach 25 Jahren Ehe
Die Ehe bestand während nahezu der gesamten Phase, in der Udo Jürgens vom erfolgreichen Sänger zum internationalen Entertainer aufstieg. Im Sommer 1989 ließen sich Udo und Panja Jürgens in Zürich scheiden. Die offizielle Biografie des Musikers spricht von einer Ehezeit von 25 Jahren.
Wichtige Stationen im Leben von Panja Jürgens
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1939 | Geburtsjahr in Künstler- und Bibliotheksverzeichnissen |
| 1959 | Kennenlernen mit Udo Jürgens in München |
| 1963 | Hochzeit am 11. Oktober |
| 1964 | Geburt von Sohn John |
| 1967 | Geburt von Tochter Jenny |
| 1989 | Scheidung von Udo Jürgens |
| 1996 | Veröffentlichung von „They Call Themselves Queens“ |
| 2002 | Veröffentlichung von „Wings of Peace“ |
| 2024 | Gesprächspartnerin in der Dokumentation „UDO!“ |
Panja Jürgens als Fotografin
Historische Aufnahmen aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek zeigen, dass Panja Jürgens bereits Ende der 1960er-Jahre als Fotografin bezeichnet wurde. In den späteren Jahrzehnten entwickelte sie fotografische Projekte, bei denen Menschen und ihre Selbstdarstellung eine zentrale Rolle spielten.
Der Verlag Abrams nennt unter anderem die Serien „Street People“ und „Drag Queens“. Ihre Arbeiten wurden demnach in mehreren europäischen Städten sowie in New York gezeigt. Ihre bekanntesten Veröffentlichungen machen deutlich, dass sie sich besonders für Porträts, persönliche Identität und soziale Rollen interessierte.
„They Call Themselves Queens“: Porträts von New Yorker Drag Queens
1996 erschien bei Edition Stemmle in Zürich der Bildband „They Call Themselves Queens: The Transformation Series“. WorldCat führt Panja Jurgens als Fotografin, Charles-Henri Favrod als Herausgeber und den britischen Autor und Performer Quentin Crisp als weiteren Beteiligten.
Eine deutschsprachige Ausgabe erschien unter dem Titel „Transformations. Die Königinnen der Nacht“. Das Projekt porträtiert New Yorker Drag Queens und verfolgt fotografisch deren Verwandlung. Der Band konzentriert sich dabei nicht lediglich auf fertige Bühnenfiguren, sondern auf den Prozess, durch den eine neue äußere Identität entsteht.
Gerade dieses Werk zeigt, dass Panja Jürgens Menschen nicht ausschließlich in klassischen Porträtposen fotografierte. Die Veränderung von Kleidung, Make-up, Ausdruck und Körperhaltung wird selbst zum Bestandteil der fotografischen Erzählung.
„Wings of Peace“: New York mit weißen Engelsflügeln
Ein zweites bedeutendes Projekt erschien 2002 unter dem Titel „Wings of Peace“. Der Bildband wurde vom amerikanischen Verlag Harry N. Abrams veröffentlicht und umfasst 160 Seiten sowie 105 Duoton-Fotografien.
Für die Serie fotografierte Panja Jürgens Menschen aus unterschiedlichen Teilen der New Yorker Gesellschaft mit weißen Flügeln. Zu den Porträtierten gehörten unter anderem Feuerwehrleute, Pflegekräfte, Künstler, Veteranen, Kinder, Geistliche und Einwanderer. Die Aufnahmen entstanden bereits vor den Anschlägen vom 11. September 2001.
Die porträtierten Menschen sollten sich mit ihrer eigenen Vorstellung von Frieden auseinandersetzen. Damit verbindet die Serie klassische Straßen- und Porträtfotografie mit einem klaren konzeptuellen Motiv: Die gleichen weißen Flügel erscheinen bei Menschen mit völlig unterschiedlichen Biografien und Lebenswelten.
Der deutsche Musiker Udo Lindenberg schrieb einen einleitenden Beitrag für das Buch.
Panja Jürgens in der Dokumentation „UDO!“
2024 rückte Panja erneut in einem größeren Medienprojekt in Erscheinung. Für die Dokumentation „UDO!“ von David Kunac und Sebastian Dehnhardt gehörte sie neben John und Jenny Jürgens sowie weiteren Wegbegleitern zu den Gesprächspartnern über das Leben des Entertainers.
Der Bayerische Rundfunk bezeichnet sie dort ausdrücklich als Udo Jürgens’ erste Ehefrau und als Mutter von John und Jenny. Für die Produktion wurden außerdem Fotos, Briefe, Tonaufnahmen und private Filme aus dem familiären Umfeld ausgewertet. Die Dokumentation entstand für BR, NDR, SRF und ORF.
Damit besitzt Panjas Perspektive einen besonderen historischen Wert: Sie kannte Udo Jürgens bereits mehrere Jahre vor seinem größten Karriereerfolg und erlebte die Jahrzehnte, in denen sich sein berufliches und privates Leben grundlegend veränderte.
Häufige Fragen zu Panja Jürgens
Wie heißt Panja Jürgens wirklich?
Der Bayerische Rundfunk nennt sie Erika Meier, genannt Panja. Als Fotografin veröffentlichte sie ihre Arbeiten unter dem Namen Panja Jürgens beziehungsweise der international gebräuchlichen Schreibweise Panja Jurgens.
Wann wurde Panja Jürgens geboren?
Die Künstlerdatenbank ADAGP sowie das International Center of Photography führen 1939 als Geburtsjahr. Ein Tag und Monat werden in diesen institutionellen Einträgen nicht genannt.
Wann waren Panja und Udo Jürgens verheiratet?
Die Hochzeit fand am 11. Oktober 1963 in München statt. Im Sommer 1989 wurde die Ehe in Zürich geschieden.
Welche Kinder haben Panja und Udo Jürgens?
Aus der Ehe stammen John Jürgens, geboren am 20. Februar 1964, und Jenny Jürgens, die 1967 in München geboren wurde.
Welche Bücher veröffentlichte Panja Jürgens?
Zu ihren bekanntesten fotografischen Büchern gehören „They Call Themselves Queens: The Transformation Series“ aus dem Jahr 1996 und „Wings of Peace“ aus dem Jahr 2002.
War Panja Jürgens selbst beruflich erfolgreich?
Ihre fotografische Arbeit ging deutlich über ein privates Hobby hinaus. Ihre Bücher erschienen bei etablierten Kunst- und Fotobuchverlagen, und Abrams nennt Ausstellungen ihrer Arbeiten in Zürich, Wien, Bern, Lausanne, Paris und New York.
Fazit
Panja Jürgens gehört zur Lebensgeschichte von Udo Jürgens, besitzt aber zugleich eine eigene künstlerische Biografie. Sie begleitete den Musiker bereits vor seinem Durchbruch, war von 1963 bis 1989 mit ihm verheiratet und ist die Mutter von John und Jenny Jürgens. Als Fotografin richtete sie ihre Kamera auf Menschen, Identitäten und gesellschaftliche Rollen. Besonders „They Call Themselves Queens“ und „Wings of Peace“ zeigen eine Arbeit, die weit über ihre Verbindung zu einem berühmten Ehepartner hinausreicht.
siehe auch :Carl-Maurice Lafontaine: Unternehmer und Schatzmeister aus Saarbrücken

